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Die Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz, kurz AG Eulenschutz genannt, betreibt Naturschutz rund um den Stemweder Berg. Neben allgemeinen Natur- und Landschafts-schutzbelangen finden Eulenschutzaspekte besondere Berücksichtigung.Schwerpunktmäßig werden im derzeitigen Projektgebiet neue Lebensräume, der örtlichen Biozönose angepasste Biotope, angelegt.
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Eulenhege und übergreifender Naturschutz
Die Eulenhege besteht aus drei Grundelementen.Alle Eulenvögel benötigen ruhige Tageseinstände, ausreichend Brutbiotope und vor allem Jagdareale.Naturnahe Zonen, wie Altgrasflächen (teilweise kurzrasig), Feldraine, Kräuter- und Grassäume von Hecken und Feldholzinseln, Streuobstbereiche lassen Eulen am schnellsten zum Jagderfolg auf Kleinnager, ihre Hauptbeutetiere, kommen.Solitärbäume, Baumgruppen, Feldholzinseln, Hecken, Streuobstbereiche, Säume, Brachen, Feuchtgebiete und Altgrasflächen sind die wichtigsten Requisiten unserer Eulenlebensräume.
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Diese Landschaftselemente sind gleichzeitig Lebensräume aller Wildtiere im Freiland und gesicherter Standort für viele Pflanzengesellschaften.Die heutigen Veränderungen im Lebensraum der Eulen, wie die Verdrahtung der Umwelt, überdimensionale Glasfronten, die Mechanisierung der Landwirtschaft, großflächige Monokulturen, Sekundärvergiftungen durch Pestide und der immer noch zunehmende Straßenverkehr machen den Nachtgreifvögeln das Leben schwer.Der Verlust von Brut- und Jagdbiotopen in Folge der Ausräumung der Landschaft ist jedoch die gravierenste Gefährdungs- und Rückgangsursache für unsere heimischen Eulen.
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Wir schützen einen Nützling
Die Eulen gehören zu unserer heimischen Wildtierfauna. Indem wir Landschaft und Raum nutzen, haben wir auch Verantwortung für die Natur und unsere Mitgeschöpfe übernommen.Neben dieser allgemeinen ethischen Verantwortung gibt es praktische Gründe genug, Eulen zu schützen, denn sie sind äußerst nützliche Gesellen. Hier setzt die AG Eulenschutz mit ihrer Arbeit an. Vorrangig versucht sie vorhandene Eulenrefugien zu erhalten und neue zu schaffen – ohne Lebensraum keine Eulen – no wildlife.
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Bei einer Untersuchung konnten in 9472 Gewöllen der Schleiereule unter anderem die Reste von 38 Wanderratten, 47 Maulwürfen, 7584 Haus- und Waldmäusen und 13825 Feldmäusen festgestellt werden.Während der Aufzuchtphase schlägt ein Schleiereulenpaar in guten Mäusejahren bis zu 40 Feldmäuse pro Nacht.Im Projektgebiet der AG Eulenschutz sind die Schleiereule, die Waldohreule, die Sumpfohreule, der Waldkauz und der Steinkauz anzutreffen. 1998 konnte erstmals ein Uhu, unsere größte Eule, bestätigt werden.
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Neben den Eulen im Projektgebiet sind in Deutschland noch der Raufußkauz, der Sperlingskauz und der Habichtskauz als seltene Arten zu nennen.
Wissenschaftliche Arbeitsgrundlagen
Blinder Aktionismus war nie gefragt, und ohne solide theoretische Grundlage kann auch die praktische Arbeit nur unvollkommen sein.Der AG Eulenschutz stehen eine Vielzahl von Arbeitshilfen zur Verfügung, nachfolgende aufgelistete Gutachten und Stellungnahmen verdeutlichen dies (Auszug):
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Bestandssituation der Ackerwildkräuter am Stemweder Berg (zur Verfügung gestellt durch Diplom-Biologin Susanne Belting).Landschaftsplanerisches Flächenkonzept „Stemweder Berg“ / Anregungen zur Planung von Waldrändern und Hecken durch das Nds. Forstamt Erdmannshausen (zur Verfügung gestellt durch die Samtgemeinde Lemförde).Artenzusammensetzung und Anlage von Feldhecken unter Berücksichtigung nährstoffreicher Standorte am Rand der Berglandschwelle durch das Nds. Forstamt Erdmannshausen (zur Verfügung gestellt durch den Landkreis Diepholz).
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Bestanderfassung von Rabenvögeln im Landkreis Diepholz (in ausgewählten Revieren) durch das Institut für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (zur Verfügung gestellt durch den Hegering Lemförde).Anmerkung:Verfügbarkeit von Horsten für die Waldoreule.- Vorschlag zur Aussaat von Grünland auf Biotop- schutzflächen in Brockum und Quernheim im Landkreis Diepholz durch Sabine Aboling und Erhard Brütt (zur Verfügung gestellt durch die Landesjäger- schaft Niedersachsen).
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Aufnahme der Gehölzpflanzen an der Waldrandzone Stemweder Berg (AG Eulenschutz).Erste Einschätzung zur Biotopkartierung am Stemweder Berg durch das Institut für Wildbiologie und Jagdkunde der Uni Göttingen (Dr. Andreas und AG Eulenschutz).Gutachterliche Stellungnahme zur wissenschaftlichen Projektbetreuung für ein Modellprojekt: Eulenbiotopschutz am Stemweder Bergdurch das Institut für Wildbiologie und Jagdkunde derUni Göttingen (Dr. Andreas und AG Eulenschutz).
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Wissenschaftliche Stellungnahme zum landschaftsplanerischen Flächenkonzept Stemweder Berg Nordhang unter besonderer Berücksichtigung des Eulenbiotopprojektes Stemweder Berg durch Dipl.-Forstwirt Dr. U. Andreas (AG Eulenschutz).Wissenschaftlich begleitet werden die Projekte von der Diplom-Biologin Janina Jördens, die der AG Eulenschutz für alle Fragen und Problemstellungen zur Seite steht.
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Öffentlichkeitsarbeit-
Was man nicht kennt, kann man nicht schützen! Öffentlichkeitsarbeit wird auch bei der AG Eulenschutz groß geschrieben.- Zusammen mit Schülern des Graf-Friedrich- Gymnasiums in Diepholz wurde das Faltblatt „Heimische Eulen“ erarbeitet. Das Faltblatt entwickelte sich zu einem echten Renner und liegt zwischenzeitlich in einer zweiten Auflage vor.
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- Zusätzlich stehen der AG Eulenschutz eine Broschüre über den Projektabschnitt Quernheim sowie diverse Eulenposter der heimischen Eulen zur Verfügung. Weiterhin komplettieren Eulenpräparate und Informationstafeln der fünf heimischen Eulen den Wagen „Lernort Natur“ der Jägerschaft Lübbecke.- Ergänzend kam ein Autoaufkleber mit dem Logo der AG Eulenschutz hinzu, Projektflächen der AG Eulenschutz wurden beschildert und die Wanderkartentafeln rund um den Stemweder Berg erhielten Hinweise und Symbole zu den Naturschutzflächen der AG Eulenschutz
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Die AG Eulenschutz ist weiterhin mit einer Dauerausstellung im Dümmermuseum präsent und an drei Projekten im Zoo Osnabrück begleitend beteiligt, die von ZF Lemförder GmbH und ZF Boge Elastmetall GmbH gesponsert wurden.Zu den Projekten im Zoo Osnabrück zählen die Uhuvolieren, die Infowürfel und die Freifluganlage für heimische Eulen.Natürlich darf die Pressearbeit nicht fehlen. Es bestehen gute Beziehungen zu den Redakteuren der regionalen Druckmedien, so dass über alle Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft berichtet werden kann.
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Besonders in der Startphase hielt Dr. Uwe Andreas Referate zum Thema Eulenschutz. Zielgruppe waren unter anderem die örtlichen Revierbesitzer.Neben verschiedenen Radiosendungen zum Thema „Eule“ bei Radio-Westfalica beteiligt sich die AG Eulenschutz zusammen mit dem Hegering Lemförde sowohl am Lemförder Sommerfest, dem Weihnachtsmarkt und auch an der Aktion Ferienkiste für Schulkinder.
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Auch arbeitet die AG Eulenschutz mit der Landesjägerschaft Nordrhein-Westfalen eng zusammen und beteiligt sich an den jährlich stattfindenden Aktionen der „Rollenden Waldschule“ in Hollwede, an denen die Kindergärten Stemwede und Lemförde beteiligt sind. Hier erreicht die AG Eulenschutz jährlich ca. 200 Kinder und deren Eltern/Erzieher.
Fast 10.000 Zugriffe pro Jahr können wir auf unserer Internetseite www.eulenschutz.org verzeichnen.Die Summe aller Aktionen und Maßnahmen hat dazu geführt, dass die Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat und von den öffentlichen Verwaltungen und der Politik als verlässlicher Partner in Sachen Naturschutz angesehen wird.
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Die Biotope
Reisende, die die Ringstraße am Nordhang des Stemweder Berges befahren, erleben, wie sich das Landschaftsbild verändert.Die Monotonie einer rein landwirtschaftlich genutzten und ausgeräumten Feldflur weicht einem naturnahen, reich strukturiertem Landschaftsbild.Rund um den Stemweder Berg wurden von der AG Eulenschutz bis dato 47 Biotopschutzmaßnahmen auf ca. 43 ha durchgeführt, weitere sind in Planung.So beginnt sich durch die Feldflur ein Netzwerk aus Hecken, Alleen, Feldholzinseln, Streuobstflächen, Solitärbäumen und Grasgesellschaften zu spannen, Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Pluspunkte im Eulenrevier.
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Oft stellt sich die Frage, wie viel „Natur“ wir für eine halbwegs gesunde Umwelt eigentlich benötigen, eine schwer zu beantwortende und komplexe Frage.Nach M. Petratz werden neben kleinen Feldergrößen je 100 Hektar landwirtschaftlicher Fläche etwa 6 km Wege mit Bewuchs, 5 km wegebegleitende Altgrasstreifen, mehr als 5 Feldholzinseln, 6 Wildwiesen (Grasgesellschaften von ca. 0,3 ha) sowie eine möglichst große Anzahl von verschiedenen Vegetationstypen (Feldfrüchten) und Extensivflächen als gut eingestuft.
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Sonstiges
Ohne Moos nichts los – eine allgemein gültige Weisheit. Erfreulicherweise konnte die Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg e.V. schon früh ZF Lemförder GmbH und ZF Boge Elastmetall GmbH als Hauptsponsor für sich gewinnen. Viele Maßnahmen, auch Sonderprojekte, konnten so ermöglicht werden.Zur Finanzierung von Projekten trugen weiterhin bei die Umweltstiftung Bingo-Lotto, die Deutsche Umwelthilfe, die Landesjägerschaften Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, der Landkreis Diepholz als untere Naturschutzbehörde sowie Persönlichkeiten aus demUnternehmen der ZF Lemförder GmbH.
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Auch Gelder aus der Justiz (Bußgelder) bessern die Kasse der AG Eulenschutz auf. Letztlich dürfenauch die Samtgmeinde Lemförde, die Gemeinde Stemwede sowie zahlreiche private Grundstückseigentümer nicht vergessen werden, die der AG Eulenschutz viele Flächen zum „Nulltarif“ zur Verfügung stellen.In der Startphase des Jahres 1997 begann die AG Eulenschutz mit einer umfangreichen Bestandsaufnahme in Sachen Eulenvorkommenund Beständen. Waldkauz, Steinkauz, Waldohreule und Schleiereule wurden durch umfangreiche Rufkartierungen und Fragebogenaktionen im Projektgebiet nachgewiesen.
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- Sie haben Flächen, die von Ihnen nicht genutzt werden?- Sie kennen jemanden, der seine Fläche nicht nutzt? Helfen Sie uns bei der Beschaffung neuer Flächen. Nur so können wir Biotope errichten und somit unsere heimischen Eulen schützen.
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Tel.: 05474 – 60 21 94 und 05447 - 363
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